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Im Zuge des NSA-Skandals und der regelmäßigen Angriffe persönlicher Daten durch Hacker sieht sich deutlich mehr als jeder zweite Deutsche nicht in der Lage, seine persönlichen Daten gegen ausländische Geheimdienste und Cyber-Kriminelle ausreichend zu schützen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens TNS Emnid in unserem Auftrag.

Demnach halten 59 Prozent den Aufwand für sehr hoch oder gar unmöglich, Sicherheitsvorkehrungen auf ihrem PC oder Smartphone gegen NSA und Co. zu treffen. Nur 15 Prozent der 1.000 Befragten halten den Schutz für leicht realisierbar. Den ausländischen Geheimdiensten folgen die Hacker dicht auf den Versen: 54 Prozent glauben, ihre Daten vor Kreditkartendieben, E-Mail-Betrügern und Identitätsdieben fast nicht bewahren zu können, während nur 11 Prozent den Schutzaufwand für sehr gering erachten. Je jünger die Befragten, desto eher glauben sie, sich mit vertretbarem Aufwand gegen Hacker wehren zu können. Unter den 18- bis 34-Jährigen schätzen nur 48 Prozent die Schutzvorkehrungen als sehr aufwändig ein, während die Silver Surfer mit 58 Prozent einen Schutz für fast vergeblich erachten.

Resignation und Ratlosigkeit als Folge von NSA-Skandal und Hackerangriffen

Lassen die Ergbnisse auf schleichendes resignatives Verhalten der Nutzer als Folge der Enthüllungen von Edward Snowden und der regelmäßigen Hackerangriffe schließen? Die Komplexität der Angriffe auf die digitalen Grundrechte weckt bei vielen Nutzern den Eindruck, sie können sich unmöglich ausreichend davor schützen. Anders als die Gefahr eines Hauseinbruches ist das Bedrohungspotential im Internet nur schwer zu fühlen.

Geschäftsführer der Steganos Software GmbH, Gabriel F. Yoran, sieht die Umfrageergebnisse mit Sorge: „Die Ergebnisse spiegeln die Reaktion der meisten Internetnutzer auf die andauernde Medienberichterstattung wider: Der Aufwand wäre viel zu hoch oder man kann ja sowieso nichts machen, ist das Gefühl, das bleibt. Aber das stimmt nicht. Es kann so einfach sein, Vorkehrungen am eigenen Rechner oder Smartphone zu treffen, die zumindest die Sicherheitsrisiken auf ein Minimum beschränken. Natürlich können sich Nutzer nicht gegen jede Eventualität schützen, aber so wie jeder seine Haustür abschließt, obwohl man sie auch dann mit einem Rammbock durchbrechen könnte, so sollte man seine Daten und seine Identität auch auf seinem PC und Mobiltelefon schützen“.